Transportschifffahrt nimmt Dampf auf

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Der Konjunkturknick im internationalen Transportwesen 2008 bereitet den großen Reedereien auch heute noch Schwierigkeiten. Deutlich wird dies aktuell am Zusammenschluss der dänischen Maersk Line, dem größten Containerschiffkonzern der Welt, und zwei seiner wichtigsten Konkurrenten, der schweizerischen MSC und der französischen CMA GGM, zum sogenannten P3 Netzwerk. Nach eigenen Angaben entschlossen sich die drei Marktriesen für die Allianz, um die in den letzten Jahren gebildeten Überkapazitäten abzufangen. Nachdem die internationale Transportschifffahrt jahrelang Zuwachs erfuhr, hatte das Geschäft 2008 im Rahmen der Finanzkrise nachgelassen. Da zahlreiche Reedereien im Vorfeld neue Schiffe gebaut hatten, waren erhebliche Überkapazitäten die Folge. Um diese besser nutzen zu können, soll der Einsatz der Schiffe der drei beteiligten Unternehmen in Zukunft zentral erfolgen.Zusätzlich sollen vielversprechende Strecken wie zwischen Europa und Asien sollen ausgebaut werden. Kundenservice, Schiffe und Marketing verbleiben bei der entsprechenden Reederei.

Die Nachricht sorgte auch in Anlegerkreisen für Furore. Immerhin befindet sich ein Drittel des Weltmarktanteils in Besitz des P3-Netzwerkes, weswegen es auch unklar ist, ob der Zusammenschluss genehmigt wird. Auch wenn dieser sinnvoll erscheint, warnen Finanzexperten vor überstürzten Investitionen in die beteiligten Reedereien, da die Entscheidung das Symptom einer unsicheren Wirtschaftslage sei. Für Anlageformen wie Container Direktinvestment oder Containerfonds und gelte dieses Urteil jedoch ausdrücklich nicht, da dieser Markt aufgrund der kürzeren Bau- und Lieferzeiten flexibler auf Weltmarktschwankungen reagiere. In Besitz des P3-Netzwerkes befinden sich 255 Schiffe mit über 2,5 Millionen Standardcontainern Ladekapazität, die durch die zentrale Steuerung wesentlich flexibler einsetzbar sein sollen.

Ergänzt wird diese ohnehin beeindruckende Flotte zwischen Juli und August 2013 durch die Triple-E-Serie von Maersk. Mit einer Kapazität von über 18.000 TEU ist sie die mit Abstand größte der Welt und soll in Zukunft vor allem zwischen Asien und Europa verkehren. Maersk möchte dabei verhindern, ohnehin vorhandene Überkapazitäten weiter zu erhöhen. Ob das P3-Netzwerk genehmigt wird, entscheidet sich voraussichtlich erst Ende 2013. Die Reedereien argumentieren für den Zusammenschluss mit neuen asiatischen Allianzen, die ebenfalls auf diese Weise versuchen, Überkapazitäten durch erhöhte Effektivität auszugleichen.

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