Bergvölker im Norden Thailands

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In Thailand zählt mehr als 70 Millionen Einwohner, doch nicht alle sind Thai. Im Norden des Landes gehören viele Menschen anderen Völkern an, die entweder bereits vor den Thai hier gesiedelt haben oder später zugewandert sind. Sie werden als Bergvölker bezeichnet, weil sie in den Bergen Nordwestthailands, nahe der Grenze zu Myanmar, siedeln. Ihre Sprachen, Gebräuche und Sitten unterscheiden sich zum Teil erheblich von denen der Thai.

Sie gehören meist austroasiatischen oder austronesischen Sprachgruppe an, während die Thai den sino-tibetischen Sprachen zugerechnet werden. Die Thai kamen erst im 13. Jahrhundert von Südchina aus nach Thailand. Diese Völkerbewegungen dauern zum Teil bis heute an und haben auch andere Gruppen erfasst. Grössere Völkerbewegungen finden auch heute noch statt, wie die der Hmong, die in den Wirren des Vietnamkriegs nach Thailand kamen.

Diverse ethnische Gruppen leben in den wenigen verbliebenen ursprünglichen Wäldern Thailands nahe der birmanischen Grenze. Alle Stämme unterscheiden sich in ihrer Kultur und Lebensweise stark von den Thai. Sie bieten faszinierende Einblicke in alte südostasiatische Sitten und Gebräuche und ein Abstecher zu ihnen bereichert jeden Thailand Urlaub. Ihre Präsenz macht diese Gegend daher zunehmend auch zu einem Ziel für Individualreisende und Reisegruppen. Die meisten Besucher fahren über Ayutthaya und Sukhothai nach Chiang Mai. Hier lassen sich Ausflüge zu den Bergvölkern organisieren, die meist als Trekkingtouren angeboten werden. Es gibt auch Angebote per Bus oder Auto, die das nahe Mae Hong Son anfahren.

Zu den Bergvölkern, die Besuche durch Touristen willkommen heissen, gehören unter anderem die Shan, die Nachfahren birmanischer Einwanderer, die Hmong, die aus Südchina und Nordvietnam eingewandert sind, die Karen, sowie eine Reihe kleinerer Stämme. Die Mrabi gelten als eines der gehören rätselhaftesten Bergvölker Thailands überhaupt – sie zu besuchen ist bislang noch nicht möglich. Bislang lebten viele dieser Stämme nahezu unberührt in den Bergen – verschont von der Zivilisation, aber auch arm. Der aufkeimende Tourismus bietet ihnen Einnahmemöglichkeiten und damit auch Fortschritt. Völker, die ihren traditonellen Weg ohne Einmischung von Außen gehen wollen – wie die Mrabi – werden von der Regierung geschützt und können nicht besucht werden.

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